BEGEGNUNGEN
2026
Martin Eder
Künstler
Cornelia Baltes
Künstlerin
Isah Oral
Galerist
Robert Grunenberg
Galerist
Armin Boehm
Künstler
Jenny Brosinski
Künstlerin
Daniel Richter
Künstler
Anselm Reyle
Künstler
Rita Burster
Galeristin
Judy Lybke
Galerist
Tomás Saraceno
Künstler
Michael Sailstorfer
Künstler
Titus Schade
Künstler
David Schnell
Künstler
Christian Bär
Künstler
Maria Schumacher
Künstlerin
Uwe-Karsten Günther
Laden für Nichts
Reinhard Besserer
Sammler und Autor
Felix Schramm
Künstler
Georg Herold
Künstler
Birgit Dieker
Künstlerin
Dior Thiam
Künstlerin
Christian Holle
Sammler
Louisa Clement
Künstlerin
Jonas Burgert
Künstler
Peter Freeman
Galerist in New York
Marc Desgrandchamps
Künstler
Fred Jahn
Galerist
Dr. Ingrid Lohaus
Galeristin
Deborah Schamoni
Galeristin
Rüdiger Schöttle
Galerist
Daniel von Schacky
Auktionator
Thomas Schulte
Galerist
Judy Lybke 2.0
Galerist
Kristina Schuldt
Künstlerin
Lothar Wolleh
Fotograf
Richard Boll
Fotograf
Thomas Werner Rieger
Galerist
Thomas Schütte
Künstler
Tobias Rehberger
Künstler
Johann König
Galerist
Alle Begegnungen 2026
vollständig zum Durchscrollen
Einfach weiterscrollen,
um jede Geschichte nacheinander zu lesen.
Thomas Schulte
Galerist · Galerie Thomas Schulte
Berlin
Foto: Anna Wasilewski
Der beiläufige Satz
Durch Uta Grosenick lernte ich Thomas Schulte kennen.
Wieder eine neue Galerie.
Wieder eine andere Welt.
Je länger ich mich mit Kunst beschäftige, desto mehr staune ich über ihre Vielfalt.
Ganz nebenbei erwähnten Thomas Schulte und seine Direktorin Eike Dürrfeld, dass sie bald bei der ersten Art Basel Qatar ausstellen würden.
Ich hörte zu.
Und dachte plötzlich:
Warum eigentlich nicht hinfahren?
Ein paar Monate später stand ich in Doha.
Dort begann wieder eine neue Geschichte.
Manche Reisen beginnen mit einem beiläufigen Satz.
Villa Grisebach · Sprecher der Geschäftsführung und Partner
Berlin
Daniel von Schacky
Foto: Roderick Aichinger
Das Himmelreich
Die Geschichte begann eigentlich mit seinem Vater.
Bernd Schultz.
Er schenkte mir einen der schönsten Sätze, die ich über Kunst je gehört habe.
„Die Beschäftigung mit der Kunst ist wie ein vorgezogenes Leben im Himmelreich.“
Seitdem denke ich fast täglich daran.
Weil ich es selbst so empfinde.
Nun durfte ich seinen Sohn kennenlernen.
Daniel von Schacky.
Und plötzlich verband sich meine heutige Welt mit einer früheren.
Seine Frau kannte ich noch aus meiner Zeit in der Immobilienbranche.
Damals verbrachten wir einmal einen langen Abend miteinander.
Nicht wegen der Immobilien.
Sondern weil wir einfach ein gutes Gespräch über Gott und die Welt führten.
An diesen Abend denke ich bis heute gern zurück.
Nun saß ich ihrem Mann gegenüber.
Wieder ging es um Menschen.
Und um Ideen.
Diesmal aber auch um Kunst.
Über Projekte.
Über Möglichkeiten.
Und wer weiß:
Vielleicht werden eines Tages Werke aus The White Room bei Villa Grisebach versteigert.
Als ich mich verabschiedete, musste ich wieder an Bernd Schultz denken.
Früher interessierten mich vor allem die Menschen.
Heute faszinieren mich die Menschen und die Kunst.
Vielleicht ist genau das mein vorgezogenes Himmelreich.
Martin Eder
Künstler
Berlin
No Heaven in the Skies
Martin Eder erklärte mir seine Bilder.
Langsam öffnete sich eine Welt, die mir bis dahin verschlossen geblieben war.
Besonders seine Medusen ließen mich nicht mehr los.
Und die Frauen, die aus dunklem Wasser auftauchen.
Man weiß nicht, ob sie gerade erscheinen.
Oder verschwinden.
Zum Abschied schenkte er mir eines seiner Bücher.
Mit wenigen Strichen zeichnete er einen Himmel hinein.
Dann schrieb er quer über die Seite:
“No Heaven in the Skies!”.
Darunter:
Ab imo pectore.
Aus tiefstem Herzen.
Ich habe das Buch oft wieder aufgeschlagen.
In einer kleinen Zeichnung und ein paar Worten hatte sich mir ein Künstler offenbart.
Cornelia Baltes
Künstlerin
Berlin
Das Zwinkern
Ich versuchte herauszufinden, was ich eigentlich sah.
Eine Figur.
Vielleicht.
Einen Arm.
Oder doch nur Farbe.
Je länger ich schaute, desto lebendiger wurden die Bilder.
Bei einem war ich plötzlich sicher.
Es zwinkerte mir zu.
Dann lächelte Cornelia.
Und für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, dieses Lächeln schon vorher gesehen zu haben.
In ihren Bildern.
Vielleicht schauen manche Bilder zuerst uns an.
Isah Oral
Galeristin · Galerie Newman
Berlin
Ein Notizbuch voller Ideen
Ein Hamburger Freund schickte mich zu Isah Oral.
"Der versteht Marketing."
Also fuhr ich hin.
Die Kunst war anders als alles, was ich bisher gesehen hatte.
Nicht alles sprach mich an.
Aber das Gespräch war großartig.
Isah sprudelte vor Ideen.
Nicht nur für seine Galerie.
Auch für meine Projekte.
Ich fuhr mit einem Notizbuch voller Gedanken nach Hause.
Ein gutes Gespräch kann die beste Investition des Tages sein.
Robert Grunenberg
Galerist · Galerie Robert Grunenberg
Berlin
Die neue Galerie
"Den müssen Sie kennenlernen."
Uta Grosenick sagte das ohne jedes Zögern.
Also ging ich in die Kantstraße.
Robert Grunenberg war jung.
Locker.
Herzlich.
Und erstaunlich kenntnisreich.
Wir sprachen lange über Künstler.
Über Ausstellungen.
Über seine Galerie.
Als ich wieder auf der Straße stand, dachte ich:
Von diesem Galeristen wird man noch viel hören.
Manche Menschen stehen erst am Anfang. Und wirken doch schon angekommen.
Armin Boehm
Künstler
Berlin
Der Blumenstrauß
Eigentlich wollte ich Armin Boehm zum Mittagessen einladen.
Er drehte die Einladung einfach um.
"Kommen Sie zu mir."
Vorher hatte ich herauszufinden versucht, worüber er sich freuen könnte.
Über Blumen.
Ich kam mit einem Strauß, der selbst fast wie ein kleines Kunstwerk aussah.
Als ich ihn überreichte, lächelte Armin.
Wir sprachen fast drei Stunden.
Über Malerei.
Über seine Bilder voller Menschen, Tiere, Masken und Geschichten.
Als ich ging, hatte ich das Gefühl, nicht nur ein Atelier besucht zu haben.
Sondern einen Nachmittag bei einem Gastgeber verbracht zu haben.
An diesem Nachmittag waren die Blumen nur der Anfang.
Jenny Brosinski
Künstlerin
Berlin
Ein Foto für meine Töchter
Jenny Brosinski empfing mich zwischen Bildern und Skulpturen.
Ihre Arbeiten wirkten leicht.
Fast flüchtig.
Als wären sie eben erst entstanden.
Und doch schien jedes Zeichen genau dort zu stehen, wo es stehen musste.
Ich machte ein paar Fotos.
Schickte sie meinen Töchtern.
Die Antworten kamen fast sofort.
Begeisterung.
Vielleicht sehen jüngere Augen manchmal schneller, was neu ist.
Manchmal reist Begeisterung schneller als man selbst.
Daniel Richter
Künstler
Berlin
In Freundschaft
Als ich Daniel Richter zum ersten Mal besuchte, fiel mir vor allem eines auf.
Seine Gelassenheit.
Nichts erinnerte daran, dass seine Bilder heute zu den bedeutendsten der Gegenwartskunst gehören.
Ich erzählte ihm von meinem Projekt „The White Room“.
Er sagte sofort zu.
Dann sprach er von Jonathan Meese.
Den müsse ich unbedingt dabeihaben.
Er versprach, den Kontakt herzustellen.
Kurz darauf fragte ich, ob er mich vielleicht auch bei Anselm Kiefer unterstützen könne.
"Mach ich."
So einfach war das.
Einige Monate später trafen wir uns wieder.
Diesmal zum Fotografieren.
Wir redeten über Gott und die Welt.
Über Kunst sowieso.
Zum Abschied nahm Daniel einen Katalog zur Hand.
Er schrieb hinein.
Zeichnete.
Ein paar Tage später lag ein Brief in meinem Briefkasten.
Er endete mit zwei Worten.
In Freundschaft.
Anselm Reyle
Künstler
Berlin
Das Atelier ist nie leer
Lange hatte ich dieses Bild im Kopf.
Der Künstler.
Allein.
Mit Farbe an den Händen.
Das Atelier von Anselm Reyle sah ganz anders aus.
Überall wurde gearbeitet. Konzentriert. Präzise. Jeder wusste genau, was zu tun war.
Anselm entwickelte Ideen, entschied über Farben und Materialien. Sein Team setzte sie mit beeindruckender Genauigkeit um.
Ich stand da und merkte, wie eine alte Vorstellung verschwand.
Nicht jede große Kunst entsteht aus einer Hand.
Aber jede braucht einen Menschen, der weiß, wohin sie führen soll.
Rita Burster
Galeristin · Galerie Burster
Berlin
Die erste Vernissage
Zu Rita Burster führte mich ein kleiner Zufall.
Die Tochter guter Freunde arbeitet in ihrer Berliner Galerie.
So stand ich eines Abends bei ihr auf einer Vernissage.
Ich kannte fast niemanden.
Rita nahm sich Zeit.
Sehr viel Zeit.
Sie fragte nach meinen Projekten, hörte aufmerksam zu und stellte Fragen, die zeigten, dass sie wirklich verstehen wollte, was ich vorhatte.
Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben.
Es blieb nicht bei diesem Abend.
Wenig später lud sie mich zu Atelierbesuchen ihrer Künstler nach Leipzig ein.
Und jedes Wiedersehen fühlte sich an, als würde ein Gespräch einfach weitergehen.
Ich kam zu einer Vernissage. Und ging mit einer Freundschaft nach Hause.
Judy Lybke
Galerist · EIGEN + ART · Leipzig / Berlin
Doha
Der Plan
Wir kannten uns vielleicht fünf Minuten. Ich war gerade erst auf den Stand seiner Galerie „EIGEN + ART“ auf der Art Basel Qatar gestolpert.
Schnelles Gespräch, wie ein Speed-Dating.
Dann schaut Judy Lybke mich an und sagt:
"Du kommst im März nach Leipzig."
Dann erzählt er weiter.
Zuerst eine Ausstellung von Karin Wieckhorst. „Dein Thema, Du wirst staunen!.
Danach Besuche bei einigen meiner Künstler.
Am Abend Pasta in meiner Wohnung.
Zusammen mit den Künstlern.
Für den nächsten Tag hatte er ebenfalls schon Pläne.
Ich hörte zu und fragte mich, ob ich das alles richtig verstanden hatte.
Im März war ich dann „weisungsgemäß“ in Leipzig.
Am nächsten Abend sprach ich beim Bratwurstgrillen in Judys Garten mit Neo Rauch.
Manche Reisen beginnen nicht mit einer Planung. Sondern mit einem „Marschbefehl“.
Tomás Saraceno
Künstler
Berlin / München
Wiedersehen in München
Unser erstes Treffen verlief anders, als ich es mir vorgestellt hatte.
Tomas Saraceno steckte in wichtigen Besprechungen. Ein Mitarbeiter führte mich durch das Atelier. Vorbei an riesigen Rahmen, in denen Spinnen sich frei bewegen können. Schon dieser Rundgang war eine Reise in eine andere Welt.
Als Tomas schließlich kam, blieb nur wenig Zeit.
Auf der Heimfahrt dachte ich, dass wir uns kaum kennengelernt hatten.
Einige Monate später erhielt ich eine Einladung.
Zur Eröffnung seiner Ausstellung im Haus der Kunst.
Und anschließend zu einem privaten Abendessen.
Ich las die Nachricht zweimal.
Vielleicht auch dreimal.
Manche Türen öffnen sich ganz leise.
Michael Sailstorfer
Künstler
Berlin
Die Wolken
Michael Sailstorfer sprach über Dinge, an denen ich im Alltag achtlos vorbeigehe.
Maschinen.
Materialien.
Industrie.
Und darüber, wie daraus Kunst werden kann.
Dann zeigte er mir seine Wolken.
Ich hätte nie gedacht, dass gemalte Wolken mich einmal so beschäftigen würden.
Zum Abschied entdeckten wir eine kleine Gemeinsamkeit.
Wir beide besitzen einen der seltenen Bronzefische von Jeewi Lee.
Die Kunstwelt ist voller großer Geschichten. Diese hier endete mit einem kleinen Fisch.
Titus Schade
Künstler
Leipzig
Vielleicht irgendwann
Judy Lybke führte mich zu Titus Schade.
Ich wusste nicht, was mich erwartete.
Fachwerkhäuser.
Eisenbahnen.
Setzkästen.
Ich bewunderte die Präzision seiner Malerei.
Und fragte mich gleichzeitig, wer sich so etwas ins Wohnzimmer hängt.
Noch vor einem Jahr, hätte zu jener Art der Malerei wenig Zugang gehabt.
Inzwischen habe ich zu oft erlebt, dass mich gerade die Kunst nicht mehr losließ, die ich beim ersten Mal überhaupt nicht verstand.
Vielleicht geht es mir mit Titus Schade genauso.
Vielleicht hängt eines Tages tatsächlich eines seiner Fachwerkhäuser bei mir zu Hause.
David Schnell
Künstler
Leipzig
Beim nächsten Mal
Die Bilder von David Schnell ziehen einen sofort hinein.
Räume.
Landschaften.
Perspektiven.
Alles scheint gleichzeitig in Bewegung zu sein.
Unser Gespräch war viel zu kurz.
Nicht, weil David keine Zeit gehabt hätte.
Sondern weil Judy Lybke meinen Tag so dicht geplant hatte, dass schon das nächste Atelier wartete.
Am Abend trafen wir uns wieder.
Nicht zwischen Bildern.
Sondern bei Pasta.
Mit Titus Schade und Kristina Schuldt.
Ich mochte diesen Wechsel.
Tagsüber Ateliers.
Abends Gespräche.
Die besten Gespräche brauchen keinen Ausstellungsraum.
Kristina Schuldt
Künstlerin
Leipzig
Als würden wir uns kennen
Ein Bild von Kristina Schuldt war mir schon Wochen zuvor in Berlin aufgefallen.
Nun saß ich ihr in ihrem Atelier gegenüber.
Kristina malt Frauenfiguren, Pflanzen und Körperfragmente. Kräftige Farben. Alles irgendwie zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Traum, Erinnerung und Gegenwart.
Wir sprachen.
Nicht besonders viel über Kunst.
Eher über alles Mögliche.
Irgendwann vergaß ich, dass wir uns gerade erst kennengelernt hatten.
Es fühlte sich an, als würden wir ein Gespräch fortsetzen.
Nicht beginnen.
Es gibt Menschen, bei denen Nähe keine Zeit braucht.
Judy Lybke
Galerist · EIGEN + ART
Leipzig
Der Zeremonienmeister
Judy Lybke überlässt nichts dem Zufall.
Nachdem er mir seine Galerie gezeigt, wir gemeinsam die Ausstellung von Karin Wieckhorst besucht und mit ihr zu Mittag gegessen hatten, brachte er mich noch zu David Schnell, Titus Schade und Kristina Schuldt in ihre Ateliers.
Erst am Abend sollte ich wieder bei ihm sein.
Dazwischen lagen zweieinhalb Stunden.
Für Judy offenbar eine unvorstellbare Vorstellung.
„Da gehst du jetzt ins G2.“
Die Sammlung von Steffen Hildebrandt.
„Ruf den Kurator Leo Wedepohl an. Schöne Grüße von mir. Der zeigt dir alles. Und vergiss die Schausammlung nicht.“
Also fuhr ich los.
Es war meine erste Schausammlung.
Und wieder begegnete ich Arbeiten von Künstlern, die inzwischen Teil meines eigenen Projekts geworden waren.
Am Abend saßen wir gemeinsam bei Judy am Esstisch.
Ich musste lächeln.
Manchmal denke ich, Judy Lybke hätte auch Großwesir oder Zeremonienmeister werden können.
Er organisiert keine Termine.
Er inszeniert Begegnungen.
Christian Bär
Künstler
Leipzig
Mitkommen
Gerade erst hatte ich Rita Burster kennengelernt. Da fragt sie mich schon:
"Möchten Sie einige meiner Künstler kennenlernen?"
So stand ich wenig später im Atelier von Christian Bär.
Seine Bilder verbinden digitale Bildwelten mit klassischer Malerei.
Je länger ich schaute, desto stiller wurden sie.
Was mir auch in bester Erinnerung geblieben ist, war etwas anderes.
Die Offenheit.
Die Selbstverständlichkeit, mit der ich empfangen wurde.
Gastfreundschaft ist vielleicht die schönste Form, Kunst zu vermitteln.
Maria Schumacher
Künstlerin
Leipzig
Je länger ich blieb
Über Rita Burster führte mich mein Weg zu Maria Schumacher.
Schon beim Betreten ihres Ateliers hatte ich das Gefühl, einen besonderen Ort zu betreten.
Ihre Bilder wirkten auf den ersten Blick klar und fast streng.
Raster.
Linien.
Architektonische Strukturen.
Doch je länger ich schaute, desto mehr begann sich diese Ordnung zu verändern.
Aus Mustern wurden Räume.
Aus Räumen Erinnerungen.
Und aus einer scheinbar kühlen Geometrie entstand eine große Ruhe.
Maria Schumacher sprach mit einer bemerkenswerten Klarheit über ihre Arbeit.
Man spürte, dass jedes Bild das Ergebnis eines langen Denkprozesses ist und nichts zufällig entsteht.
Mich beeindruckte nicht nur ihre Malerei.
Mich beeindruckte die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihr Leben der Kunst widmet.
Ich verließ ihr Atelier mit dem Gefühl, einer außergewöhnlichen Künstlerin begegnet zu sein.
Uwe-Karsten Günther
Laden für Nichts
Leipzig
Der Affe
Von draußen sah ich einen Affen.
Genauer gesagt: ein Bild von einem Affen.
Es war so gut gemalt, dass ich stehen blieb.
Ich ging hinein.
Uwe-Karsten Günter erzählte mir von Künstlern, von Leipzig, und irgendwann kamen wir auf meine Projekte zu sprechen.
Plötzlich griff er hinter sich ins Regal.
Er reichte mir einen Katalog.
"Das ist Birgit Dieker."
Dann sagte er nur:
"Die sollten Sie besuchen."
Ein paar Wochen später stand ich tatsächlich in ihrem Atelier.
Ich beginne langsam zu verstehen, wie diese Welt funktioniert.
Eine Begegnung führt zur nächsten.
Fast immer.
Reinhard Besserer
Sammler und Autor
Es gibt das schon
Beim Abendessen in Leipzig erzählte ich von meinem neuen Buchprojekt „The Artist`s Catalogue“.
Ich war überzeugt, Neuland zu betreten.
David Schnell hörte zu und sagte ganz beiläufig:
"Das gibt es schon."
Er nannte einen Namen.
Reinhard Besserer.
Für einen kurzen Moment war ich enttäuscht.
Dann dachte ich:
Eigentlich spielt das gar keine Rolle.
Ich muss nicht der Erste sein.
Ich muss nur etwas Eigenes schaffen.
Wenig später telefonierten Reinhard Besserer und ich.
Wir verstanden uns sofort.
Ich las seine Bücher.
Und staunte über seine Sammlung.
Heute freue ich mich, ihn kennengelernt zu haben.
Nicht jede gute Idee muss neu sein. Manchmal muss sie nur die eigene werden.
Richard Boll
Fotograf
Jake Wood-Evans – Foto: Richard Boll
Ich war nicht der Erste
Nachdem ich Karin Wieckhorst in Leipzig kennengelernt und mit ihr zusammen ihr Projekt „Begegnungen in Ateliers“ betrachtet hatte, beschloss ich, sorgfältig zu recherchieren.
Haben das so oder ähnlich vielleicht noch andere gemacht?
Dabei stieß ich auf Richard Boll.
Auch er hat Künstler eingeladen, Fotografien weiterzuentwickeln.
Ähnlich.
Und doch ganz anders.
Wir schrieben uns.
Er schickte mir Informationen über sein Projekt.
Ich war erleichtert.
Nicht weil ich der Erste war.
Sondern weil ich verstand, worin der Unterschied lag.
Gute Recherche schützt nicht vor Ideen. Sie macht sie besser.
Lothar Wolleh / Oliver Wolleh
Fotograf und Fotografensohn
Berlin
Noch ein Vorbild
Bei meiner Suche nach ähnlichen Projekten begegnete mir noch ein weiterer Name.
Lothar Wolleh.
Seine Fotografien von Künstlern gehören längst zur Geschichte der Gegenwartskunst.
Ich nahm Kontakt zu seinem Sohn Oliver auf.
Wir telefonierten.
Schon nach wenigen Minuten hatten wir das Gefühl, uns schon länger zu kennen.
Wir beschlossen, uns bald in Berlin zu treffen.
Ich freue mich darauf.
Vielleicht beginnt auch diese Geschichte mit einem Gespräch.
Manche Begegnungen entstehen lange nach dem Leben eines Menschen. Und wirken trotzdem ganz gegenwärtig.
Thomas Schütte
Künstler
Düsseldorf
Die Überraschung
Mehrere Menschen hatten mir gesagt:
"Thomas Schütte wird bei deinem Projekt „The White Room“ ganz bestimmt nicht mitmachen."
Ich schrieb ihm trotzdem.
Wenig später kam seine Antwort.
Wir verabredeten uns.
Als ich ankam, nahm er sich Zeit. Viel Zeit.
Wir sprachen über mein Projekt, über Kunst und über seine Arbeit.
Zum Abschied empfahl er mir noch eine Ausstellung gleich um die Ecke.
Fotografien seines Freundes Gino Bühler.
Ich ging hin.
Am nächsten Tag traf ich Gino selbst.
Wieder eine neue Begegnung.
Ich habe gelernt, Türen lieber selbst auszuprobieren.
Thomas Werner Rieger
Senior Direktor der Galerie Konrad Fischer
Düsseldorf
Beim Mittagessen
Auf dem Rückweg von der TEFAF machte ich einen Zwischenstopp in Düsseldorf.
Ich fragte spontan, ob Thomas Rieger vielleicht Zeit hätte.
Er hatte.
Wir gingen gemeinsam durch die Galerie.
Dabei blieb ich vor einer Skulptur von Paloma Varga Weisz stehen, der „Beulenmann“.
Diese Skulptur hat eine verstörende Form, ja, man kann sie sogar abstoßend finden, aber ich finde, sie strahlt trotzdem eine große Ruhe und Würde aus.
Sie lässt mich nicht mehr los. Bis heute.
Später gingen wir Mittag essen.
Wie so oft entstand eine kleine Diskussion.
Ich wollte einladen.
Thomas ebenfalls.
Am Ende lachten wir mehr darüber als über die Rechnung.
Zum Abschied empfahl er mir ein Buch von Brigitte Kölle über Konrad Fischer.
Am nächsten Tag hielt ich es bereits in den Händen.
Die besten Empfehlungen bekommt man selten im Buchhandel.
Felix Schramm
Künstler
Düsseldorf
Diese kleine Welt
Bevor wir uns begegneten, hatte Felix Schramm bereits zwei meiner Bücher mit wunderbaren Zeichnungen versehen. Und über zwei seiner Werke freue ich mich jeden Tag.
Nun stand ich in seinem Atelier.
Wir sprachen über Malerei.
Über Skulptur.
Über seine Arbeiten.
Nebenbei erwähnte ich, dass ich mittags mit Thomas Rieger gegessen hatte.
Felix lächelte.
"Natürlich", sagte er.
"Wir kennen uns."
Je länger ich mich in der Kunstwelt bewege, desto häufiger höre ich diesen Satz.
Sie ist so viel kleiner, als sie von außen aussieht.
Georg Herold
Künstler
Köln
Drei Stunden
Eigentlich wollte ich Georg Herold nur besuchen.
Dann setzte ich mich.
Und hörte zu.
Er erzählte von der DDR.
Vom Gefängnis.
Vom Freikauf.
Von Sigmar Polke.
Von Martin Kippenberger.
Von Albert und Markus Oehlen.
Von Werner Büttner.
Zwischendurch zeigte er mir seine Kaviarbilder.
Mit echtem Kaviar.
Und nummerierten Kaviareiern.
Dabei lächelte er so verschmitzt, dass ich nie ganz wusste, wo Ernst aufhörte und Humor begann.
Irgendwann schaute ich auf die Uhr.
Drei Stunden.
Keiner von uns hatte sie bemerkt.
Er lächelte.
"War doch schön."
Mehr musste nicht gesagt werden.
Birgit Dieker
Künstlerin
Berlin
Und wieder drei Stunden
Den Kontakt zu Birgit Dieker verdankte ich Uwe-Karsten Günther.
Er hatte einfach gesagt:
"Die sollten Sie unbedingt besuchen."
Ein paar Wochen später saß ich in ihrem Atelier.
Birgit arbeitet mit gebrauchter Kleidung, Schaufensterpuppen und Fundstücken. Der weibliche Körper zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Werk. Wieder öffnete sich für mich eine Welt, die ich vorher nicht kannte.
Wir redeten.
Über Kunst.
Über das Leben.
Über gemeinsame Bekannte.
Jonas Burgert.
Peter Raue.
Immer wieder staunte ich, wie klein diese große Kunstwelt eigentlich ist.
Als ich auf die Uhr sah, waren fast drei Stunden vergangen.
Keiner von uns hatte sie bemerkt.
Gute Gespräche kennen keine Uhr.
Dior Thiam
Künstlerin
Berlin
Foto: Marco Okamoto Hopf
Schon am nächsten Tag
Eigentlich war ich nur mit Jan-Philipp Sexauer verabredet.
Wir wollten über Projekte sprechen.
Dann sah ich ihre Bilder.
Sie hingen ganz selbstverständlich im Showroom.
Und ließen mich nicht mehr los.
Besonders ein kleines Bild berührte mich. Ein junges Mädchen. Das Bild wirkte wie eine ferne Erinnerung. Verwaschen. Zerbrechlich. Es erzählte von Traurigkeit und Verletzlichkeit.
Ich fragte Jan-Philipp nach der Künstlerin.
Er erzählte.
Ich hörte zu.
Dann fragte ich, ob ich sie vielleicht besuchen dürfe.
Schon am nächsten Tag stand ich in ihrem Atelier.
Wenig später zog das kleine Bild bei mir ein.
Es berührt die ganze Familie.
Manchmal genügt ein einziges Bild, um den nächsten Tag zu verändern.
Johann König
Galerist · KÖNIG GALERIE
Berlin
Das Frühstück
Es war Gallery Weekend.
Ich wollte zum ersten Mal die Galerie König besuchen.
Geschlossen.
Ich wollte gerade wieder gehen, als ich Johann König auf der anderen Straßenseite entdeckte.
Ich stellte mich vor.
Er nahm mich kurzerhand mit.
Gemeinsam gingen wir durch die Galerie.
Wir blieben vor Arbeiten von Anselm Reyle stehen.
Ich erzählte, dass ich gerade erst in seinem Atelier gewesen war.
Johann lächelte.
"Morgen frühstücken wir dort. Kommen Sie doch!"
Am nächsten Morgen saß ich wieder bei Anselm Reyle.
Diesmal mit Croissant.
Und Crémant.
In der Kunstwelt liegt zwischen einer geschlossenen Tür und einem Frühstück manchmal nur eine Straße.
Tobias Rehberger
Künstler
Frankfurt
Foto: Killa Schütze
Keine Attitüde
Tobias Rehberger kam mir entgegen.
Locker.
Offen.
Herzlich.
Wir sprachen über seine Arbeiten.
Über Ideen.
Über das Entstehen von Kunst.
Nichts wirkte inszeniert.
Nichts bedeutungsschwer.
Vielleicht hatte ich unbewusst erwartet, einem internationalen Star zu begegnen.
Stattdessen begegnete ich einem Menschen.
Manchmal ist Größe erstaunlich unkompliziert.
Christian Holle
Sammler · salondergegenwart
Hamburg
Der Umweg
Jonas Burgert hatte mir empfohlen, Christian Holle kennenzulernen.
Ein Hamburger Kaufmann. Sammler seiner Arbeiten. Gemeinsam mit seiner Frau Margarita betreibt er den salondergegenwart und fördert junge Künstler.
Das klang nach einer Begegnung, auf die ich neugierig war.
Wenig später stellten Christian und Margarita Holle einen Teil ihrer Sammlung im Kunstraum Potsdam aus.
Ich war gerade in Aschersleben. Judy Lybke hatte mich zur Eröffnung einer Ausstellung von Neo Rauch und Jonathan Meese eingeladen.
Auf dem Rückweg machte ich einen kleinen Umweg über Potsdam.
Eigentlich wollte ich Christian nur die Hand schütteln.
Die Ausstellung beeindruckte mich sehr.
Ein paar Tage später trafen wir uns noch einmal in Hamburg.
Seit ich mich mit Kunst beschäftige, scheint jede Begegnung die nächste vorzubereiten.
Wenn das so weitergeht, werde ich bis zum Jahresende tausend neue Menschen kennengelernt haben.
Früher hätte ich das für unmöglich gehalten.
Heute wundert mich in der Kunstwelt fast nichts mehr. Und genau das gefällt mir.
Louisa Clement
Künstlerin
Düsseldorf
Die Fragen
Wir begegneten uns auf der Art Düsseldorf.
Unser Gespräch dauerte nicht lange.
Und doch blieb mir etwas davon.
Louisa Clement sprach nicht über fertige Antworten.
Sondern über Fragen.
Über Wahrnehmung.
Über den Blick auf die Welt.
Ich hörte zu und hatte das Gefühl, dass ihre Arbeiten genau dort beginnen.
Nicht mit einer Aussage.
Sondern mit einer Neugier.
Als ich ihr von meinem Projekt „The White Room“ erzählte, sagte sie sofort zu.
Und bot ganz selbstverständlich ihre Unterstützung an.
Ich fuhr nach Hause mit dem Gefühl, dass gute Begegnungen oft mit einer gemeinsamen Neugier beginnen.
Jonas Burgert
Künstler
Basel
Ein Glas auf der Art Basel
Mit Jonas Burgert hatte meine Reise in die Kunst begonnen.
Inzwischen war vieles geschehen.
Bilder waren bei mir eingezogen.
Neue entstanden gerade.
Vor allem aber war aus einer ersten Begegnung eine Freundschaft geworden.
Auf der Art Basel trafen wir uns wieder.
Wir tranken ein Glas zusammen.
Ich lernte seine Frau Yulia kennen.
Wir sprachen über Kunst.
Über das Leben.
Und irgendwann gaben wir uns gegenseitig Ratschläge.
Ich musste einen Moment lächeln.
Vor nicht einmal zwei Jahren hatte ich geglaubt, von Kunst überhaupt nichts zu verstehen.
Manchmal merkt man erst im Rückblick, wie weit ein Weg schon geführt hat.
Peter Freeman
Galerist in New York
Art Basel
Thomas Schütte, Old Friends Revisited, gesehen am Stand von Peter Freeman, Art Basel. Foto: Kersten Rosenau
Old Friends Revisited
Wenige Monate zuvor hatte ich Thomas Schütte in Düsseldorf besucht.
Seitdem ließ mich sein Werk nicht mehr los.
Ich las Bücher.
Ich sah Interviews.
Und natürlich den wunderbaren Film Thomas Schütte – Ich bin nicht allein von Corinna Belz.
Auf der Art Basel blieb ich am Stand von Peter Freeman stehen.
Mein Blick fiel sofort auf Old Friends Revisited.
Zwei Figuren, eng miteinander verschlungen – grotesk, verletzlich, komisch und beinahe zärtlich zugleich.
In dieser Arbeit kehrt Thomas Schütte Jahrzehnte später zu Figuren seines frühen Werks zurück.
Mich faszinierte dieser Gedanke.
Und die Skulptur erst recht.
Ich hätte sie nur zu gern mit nach Hause genommen.
Peter Freeman bemerkte mein Interesse.
Wir kamen ins Gespräch.
Über Thomas Schütte.
Über sein Werk.
Ich erzählte ihm von meinem Besuch in Düsseldorf.
Davon, dass ich Thomas Schütte für The White Room gewinnen wollte.
Und dass er zu meiner großen Freude zugesagt hatte.
Peter Freeman hörte aufmerksam zu.
Er stellte Fragen.
Er wollte mehr über das Projekt erfahren.
Seine Offenheit überraschte mich.
Schon nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl, wir führten ein Gespräch, als würden wir uns schon lange kennen.
Erst dabei erwähnte er ganz beiläufig, dass auch er in Corinna Belz’ Film über Thomas Schütte zu sehen sei.
Zu Hause sah ich ihn mir noch einmal an.
Diesmal achtete ich auch auf Peter Freeman.
Manche Begegnungen fühlen sich an, als würde man einen alten Freund wiedersehen.
Marc Desgrandchamps
Künstler
Lyon
Ein Brief nach Lyon
Eigentlich wollte ich Marc Desgrandchamps nur einen Ausstellungskatalog schicken.
Mit der Bitte um eine Widmung.
Noch am selben Tag antwortete er.
Herzlich.
Da Lyon nur wenige Stunden entfernt liegt, fragte ich vorsichtig, ob ich die Bücher auch persönlich vorbeibringen dürfe.
Zwei Wochen später saß ich in seinem Atelier.
Ich hatte mit einer Viertelstunde gerechnet.
Als ich Lyon wieder verließ, waren fast drei Stunden vergangen.
Er zeigte mir seine neuen Arbeiten.
Dann seine Bibliothek.
Er zeichnete in meine Bücher.
Am Ende waren es sieben an der Zahl.
Zum Schluss gingen wir gemeinsam essen.
Als ich mich verabschiedete, hatte ich den Eindruck, dass keiner von uns beiden das Gespräch wirklich beenden wollte.
Fred Jahn
Galerist · Galerie Jahn und Jahn
München
Café Deutschland
Jahn und Jahn gehörte zu den Galerien in München, die ich unbedingt kennenlernen wollte.
Kaum hatte ich die Galerie betreten, stand Fred Jahn vor mir.
„Sie kommen wegen der Baselitz-Ausstellung?“
Von ihr wusste ich bis dahin nichts.
Fred Jahn erklärte mir den Weg.
Nach einer Weile begegneten wir uns erneut.
Ich war vor einigen Arbeiten von Georg Baselitz stehen geblieben.
Seine Remix-Bilder faszinierten mich.
Ich fragte Fred Jahn, weshalb Baselitz Jahrzehnte später zu seinen eigenen Bildern zurückgekehrt war.
Er erklärte es ruhig.
Ohne große Gesten.
Und mir wurde klar, dass ich einem Menschen gegenüberstand, der die Geschichte der deutschen Gegenwartskunst über Jahrzehnte hinweg aus nächster Nähe erlebt und mitgestaltet hatte.
Wäre ich neidisch, wäre das der richtige Moment gewesen.
Nach einer Weile erzählte ich ihm von Hinter der Kunst.
Von meinem Wunsch, die Geschichte der Gegenwartskunst nicht nur aus der Sicht der Künstler zu erzählen, sondern ebenso aus der Sicht der Galeristen, Sammler, Kuratoren und Auktionatoren.
Zum Abschied empfahl mir Fred Jahn das Buch Café Deutschland.
Als ich die Galerie verließ, dachte ich nicht an Baselitz.
Ich dachte an Fred Jahn.
Die Idee zu Hinter der Kunst war längst entstanden.
Aber in diesem Moment wusste ich:
Ich hatte einen meiner Protagonisten getroffen.
Dr. Ingrid Lohaus
Galeristin · LOHAUS GALLERY
München
Ohne Termin
Mit Ingrid Lohaus hatte ich keinen Termin.
Ich wollte einfach ihre Galerie kennenlernen – eine derjenigen, über die man in München spricht.
Schon beim Betreten blieb ich stehen.
Lichtdurchflutete, wunderbare Räume.
Eine Gruppenausstellung mit spannenden Positionen.
Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, von denen ich einige bis dahin noch nicht kannte.
Schon griff ich nach dem Fotoapparat.
Noch bevor ich mich weiter umsehen konnte, stand Ingrid Lohaus vor mir und begrüßte mich herzlich.
Wir kannten uns nicht.
Und doch waren wir vom ersten Augenblick an im Gespräch.
Sie erzählte von ihren Künstlerinnen und Künstlern.
Von Ausstellungen.
Von ihrem Weg als Galeristin.
Ich erzählte ihr von The White Room und Hinter der Kunst.
Sie hörte aufmerksam zu, fragte nach und interessierte sich aufrichtig für beide Projekte.
Obwohl bereits der nächste Termin wartete, nahm sie sich Zeit.
Zum Abschied lud sie mich zu einem Artist Talk in der folgenden Woche mit Louisa Clement und Charlie Stein ein.
Wie gern wäre ich dabei gewesen.
Dieser erste Besuch in der Galerie Lohaus wird ganz sicher nicht mein letzter gewesen sein.
Deborah Schamoni
Galeristin · Galerie Deborah Schamoni
München
Klare Worte
Am Abend wurde eine Ausstellung eröffnet.
Ein Fotograf war bereits dabei, die neuen Arbeiten zu fotografieren.
Zwei Künstlerinnen schauten kurz vorbei.
Eigentlich hätte Deborah Schamoni kaum Zeit haben können.
Und trotzdem nahm sie sich Zeit.
Gemeinsam gingen wir durch die Ausstellung.
Immer wieder blieb ich stehen.
Einige Künstlerinnen und Künstler kannte ich bis dahin nicht.
Was für Entdeckungen!
Später erzählte ich ihr von The White Room.
Deborah Schamoni sagte sofort, was sie dachte.
Klar.
Direkt.
Unverblümt.
Sie hatte sofort Vorschläge.
Neue Ideen.
Genau solche Gespräche bringen einen weiter.
Zum Abschied lud sie mich noch zur Vernissage am Abend ein.
Gern wäre ich geblieben.
Doch als die Vernissage begann, saß ich bereits im Flugzeug zurück nach Frankreich.
Ein Wiedersehen? Unbedingt.
Rüdiger Schöttle
Galerist · Galerie Rüdiger Schöttle
München
Offene Türen
Als Rüdiger Schöttle seine Galerie in München gründete, 1968, war ich elf Jahre alt.
Und immer noch ist er eine Institution in der deutschen Galerienlandschaft.
Ob es wohl etwas gibt, was er über die zeitgenössische Kunst in Deutschland nicht weiß?
Und trotzdem empfängt er den Newcomer in der Gegenwartskunst.
Den Ahnungslosen.
Ich empfinde das als Ehre.
Und bin dankbar.
Ich durfte von meinen Projekten berichten.
Von KR Contemporary, von The White Room, von Hinter der Kunst.
Er hörte zu.
Fragte nach.
Dachte mit.
Gab Ratschläge.
Zum Abschied sagte er einen Satz, den ich nicht vergessen werde.
Es würde ihn überhaupt nicht wundern, dass ich viele offene Türen fände.
Man spüre einfach mein Engagement, meine Leidenschaft.
Das habe ich nun schon oft gehört.
Als ich München verließ, dachte ich an die vergangenen zwei Tage.
Ohne die Einladung von Tomas Saraceno wäre ich gar nicht hier gewesen.
Ohne Jürgen Vorrath hätte ich Olaf Metzel nicht kennengelernt.
Mit Olaf Metzel, Deborah Schamoni und Rüdiger Schöttle war ich verabredet.
Bei Fred Jahn und Ingrid Lohaus war ich einfach hineingegangen.
Und überall hatten sich Türen geöffnet.
Vielleicht hatte Rüdiger Schöttle recht.
Leidenschaft ist ansteckend.