THE WHITE ROOM

KI-generiert

Die Kunst unserer Zeit –
dort, wo sie entsteht.

The White Room ist ein Projekt über das Entstehen von Kunst – und darüber, was mit Kunst geschieht, wenn sie das Atelier verlassen hat.

Ausgangspunkt ist meine Faszination für Künstlerateliers: für jene Orte, an denen ein Werk noch nicht abgeschlossen vor uns steht, sondern erst Gestalt annimmt. Mich interessiert dabei weniger das Atelier als Raum als vielmehr der künstlerische Prozess selbst: das Nachdenken und Suchen, Skizzen und Versuche, Entscheidungen und Verwerfungen, der Umgang mit Material und die einzelnen Handlungen, aus denen schließlich ein Werk entsteht.

Der Fotograf wird 33 Künstlerinnen und Künstler während eines tatsächlichen Arbeitsprozesses begleiten. Die Künstler arbeiten dabei so, wie sie es auch ohne Kamera tun würden. Es geht um die unmittelbare Begegnung mit dem Moment, in dem Kunst entsteht.

Dabei sollen Fotografien entstehen, die weit über eine Dokumentation hinausgehen: Bilder, die die Persönlichkeit des Künstlers, die Atmosphäre des Ateliers und die Intensität des Moments erfassen, den Betrachter berühren und als eigenständige fotografische Arbeiten bestehen können.

Anschließend wählt jeder Künstler eine der entstandenen Fotografien aus und antwortet darauf mit seinen eigenen künstlerischen Mitteln. Der fotografische Blick auf den Schaffensprozess wird damit zum Ausgangspunkt einer neuen Arbeit. Aus Fotografie und künstlerischer Antwort entsteht ein Werk, das es ohne The White Room nicht gegeben hätte.

Bei ausgewählten Positionen wechselt das Projekt anschließend die Perspektive. Wir besuchen einen Sammler, der seit Jahren mit einem Werk des jeweiligen Künstlers lebt. Mich interessiert dabei die persönliche Beziehung zwischen einem Menschen und einem Kunstwerk – warum es ihm etwas bedeutet, wie sich diese Beziehung über die Jahre verändert und wie Kunst Teil eines Lebens wird.

So spannt The White Room einen Bogen vom Entstehen eines Werkes bis zu seinem Weiterleben: vom ersten Suchen und Entscheiden über die fotografische Begegnung mit dem Künstler und seine künstlerische Antwort bis zu dem Moment, in dem Kunst Teil eines persönlichen Lebens wird.

Im Buch erhält jede der 33 Positionen ein eigenes Kapitel. Gezeigt werden eine Auswahl von etwa fünf bis sechs Fotografien aus dem Arbeitsprozess, die künstlerische Antwort auf eine dieser Fotografien sowie ausgewählte Abbildungen eigener Werke. Hinzu kommen ein persönliches Porträt und die eigene Stimme des Künstlers – als Gespräch, Interview, Text oder in einer anderen von ihm gewählten Form.

Wie alles begann

Die Entwicklung des Ateliers

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Als ich Anfang 2025 begann, mich mit Gegenwartskunst zu beschäftigen, besuchte ich schon bald Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers.

Zunächst interessierte mich vor allem ihre Kunst. Doch nach wenigen Besuchen merkte ich, dass mich noch etwas anderes faszinierte: die Atmosphäre dieser Orte und der Blick auf Arbeiten, die noch nicht abgeschlossen waren.

In den Ateliers sah ich angefangene Arbeiten, Materialien, Skizzen und Werkzeuge. Ich erlebte, wie unterschiedlich Künstler arbeiten und wie viel von ihrem Denken und ihrer Persönlichkeit bereits in einem noch unfertigen Werk sichtbar werden kann.

Je mehr Ateliers ich besuchte, desto stärker wurde mein Wunsch, diese Begegnungen weiterzuführen und daraus etwas Eigenes entstehen zu lassen.

Aus dieser Idee entwickelte sich Schritt für Schritt The White Room.

Mit der Zeit kamen die verschiedenen Ebenen des Projekts hinzu: die fotografische Begegnung mit den Künstlerinnen und Künstlern, ihre künstlerische Antwort auf eine der Fotografien, persönliche Porträts und ihre eigenen Stimmen sowie die Begegnung mit Menschen, die mit ihrer Kunst leben.

Aus einer persönlichen Faszination für Künstlerateliers entstand so ein Projekt über den Weg eines Kunstwerks – von seiner Entstehung bis zu seinem Weiterleben.

Warum?

Die Gegenwart festhalten,
solange sie Gegenwart ist

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Wie erinnern wir uns an eine Epoche?

An ihre Literatur, ihre Musik, ihre Architektur – und an ihre Kunst.

Doch wenn wir auf die Kunst vergangener Zeiten blicken, sehen wir fast immer das fertige Werk.

Vieles von dem, was zu seiner Entstehung gehörte, ist verschwunden: die Ateliers, die Situationen, die Gespräche, die Versuche und Entscheidungen – die Welt, in der diese Kunst entstanden ist.

The White Room möchte etwas von dieser Gegenwart bewahren, solange sie noch Gegenwart ist.

Nicht mit dem Anspruch, die Gegenwartskunst zu erklären oder abschließend abzubilden, sondern mit dem Wunsch, ihr näherzukommen.

Das Projekt richtet den Blick deshalb nicht nur auf Werke, sondern auf ihre Entstehung, auf die Orte und auf die Menschen.

Was heute alltäglich erscheint, kann morgen bereits Teil unserer Kulturgeschichte sein.

33 POSITIONEN

Ein vielstimmiges Porträt
der Gegenwartskunst in Deutschland

Welche Künstlerinnen und Künstler prägen die Gegenwartskunst, wie sie heute in Deutschland entsteht?

Darauf gibt es keine endgültige Antwort.

The White Room versteht sich deshalb weder als Ranking noch als Kanon.

Dreiunddreißig Künstlerinnen und Künstler stehen exemplarisch für die Vielfalt der heutigen Kunstlandschaft in Deutschland.

Unterschiedliche Generationen, Biografien und künstlerische Haltungen begegnen sich ebenso wie unterschiedliche Medien und Ausdrucksformen – von Malerei und Skulptur über Installation und Fotografie bis zur Konzeptkunst.

Jede Auswahl hätte auch anders getroffen werden können. Entscheidend ist nicht der Anspruch auf Vollständigkeit, sondern das Zusammenspiel.

Aus 33 eigenständigen Positionen entsteht so ein vielstimmiges Porträt einer lebendigen und vielfältigen Gegenwartskunst.

DAS ATELIER

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Der Ort, an dem Kunst entsteht

Das Atelier ist mehr als ein Arbeitsraum. Es ist der Ort, an dem Gedanken, Entscheidungen, Material und Zeit aufeinandertreffen.

Hier entstehen Dinge, die zunächst nur als Idee, Versuch oder Spur vorhanden sind. Arbeiten werden begonnen, verändert, verworfen und neu gedacht. Manche Entscheidungen sind sofort sichtbar, andere zeigen sich erst im fertigen Werk.

Jedes Atelier trägt dabei die Handschrift seines Bewohners. Materialien, Werkzeuge, Ordnung oder Unordnung, Licht und räumliche Gegebenheiten erzählen etwas über die Art, wie ein Künstler arbeitet.

Für The White Room sind diese Räume deshalb keine Kulisse, sondern der konkrete Ort einer Begegnung.

Wer einen Künstler bei der Arbeit erlebt, begegnet nicht nur einem entstehenden Werk, sondern auch einer ganz persönlichen Form des Denkens und Handelns.

Das Atelier ist der Ort, an dem Kunst noch nicht festgelegt ist.

DER FOTOGRAFISCHE BLICK 

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Der Künstler bei der Arbeit

Die Fotografien von The White Room sollen nicht lediglich festhalten, was im Atelier geschieht. Sie sollen einen eigenen fotografischen Wert besitzen.

Der Fotograf sucht nach dem besonderen Moment: nach einer Haltung, einem Blick, einer Bewegung, einer Geste, einer Spannung oder einer Atmosphäre, in der sich etwas von der Persönlichkeit des Künstlers und seiner Arbeit verdichtet.

Dabei entsteht die Fotografie aus einer realen Situation. Nichts wird für die Kamera inszeniert. Der Künstler arbeitet an einer begonnenen, noch nicht abgeschlossenen Arbeit und bleibt in seinem eigenen Rhythmus.

Der fotografische Blick entscheidet, was sichtbar wird und was im nächsten Moment wieder verschwindet. Licht, Nähe, Distanz, Ausschnitt, Perspektive, Bewegung und der richtige Augenblick werden zu den Gestaltungsmitteln.

Die Bilder sollen unmittelbar, dicht und emotional sein. Sie sollen den Betrachter berühren, seinen Blick festhalten und die Neugier wecken, sich mit dem jeweiligen Künstler und seinem Werk weiter zu beschäftigen.

Gesucht sind Fotografien von Künstlerinnen und Künstlern in ihren Ateliers, wie man sie in dieser Qualität und Dichte in einem einzelnen Projekt nur selten gesehen hat.

Jedes einzelne Bild soll für sich bestehen können. Zusammen sollen die Fotografien eine Bildwelt schaffen, in der 33 unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten sichtbar und spürbar werden.

EIN NEUES ORIGINAL

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Wenn Kunst auf Kunst antwortet

Mit der Fotografie endet die Begegnung mit dem Künstler nicht.

Jede Künstlerin und jeder Künstler wählt eine der entstandenen Fotografien aus und macht sie zum Ausgangspunkt eines neuen, eigenständigen Kunstwerks.

Dabei gibt es keine gestalterischen Vorgaben. Die Fotografie kann Ausgangspunkt, Material, Gegenüber oder Impuls sein.

Sie kann bemalt, ergänzt, überklebt, zerschnitten, überarbeitet oder vollständig verwandelt werden. Vielleicht bleibt sie deutlich erkennbar, vielleicht verschwindet sie fast vollständig.

Entscheidend ist allein die künstlerische Antwort.

So entsteht ein neues Original, das aus einer Begegnung zwischen zwei künstlerischen Perspektiven hervorgeht: dem fotografischen Blick auf den Künstler bei der Arbeit und seiner eigenen Antwort darauf.

Jede dieser Arbeiten ist einzigartig.

Keine Illustration der Fotografie und keine bloße Bearbeitung, sondern eine neue künstlerische Arbeit, die ohne diese Begegnung nicht entstanden wäre.

DIE PORTRÄTS

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Den Menschen hinter der Kunst begegnen

Wer einem Kunstwerk begegnet, weiß oft wenig über den Menschen, der es geschaffen hat.

The White Room möchte auch diese Distanz verringern.

Jede Künstlerin und jeder Künstler wird deshalb durch ein eigens für das Projekt geschriebenes Porträt vorgestellt.

Diese Texte sollen weder Lebensläufe nacherzählen noch kunsthistorische Abhandlungen sein.

Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeit und Haltung, Erfahrungen und Gedanken – und die Frage, was einen Menschen dazu bringt, sein Leben der Kunst zu widmen.

Die Autorinnen und Autoren begegnen den Künstlerinnen und Künstlern, führen Gespräche, beobachten und hören zu. Dabei gibt es kein festes Schema und keinen Fragenkatalog, der für alle gleichermaßen gilt.

Jedes Porträt soll seine eigene Form finden.

Ergänzt wird es durch einen weiteren Beitrag, über dessen Form die Künstlerinnen und Künstler selbst entscheiden.

Das kann ein Interview sein, ein Gespräch mit einem Menschen, der ihr Leben oder ihre Arbeit besonders begleitet, ein eigener Text, eine Zeichnung, ein Gedicht oder etwas ganz anderes.

So steht neben dem Blick des Autors immer auch die eigene Stimme der Künstlerin oder des Künstlers.

MIT KUNST LEBEN

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Was geschieht, nachdem ein Werk das Atelier verlassen hat?

Mit dem Verlassen des Ateliers endet die Entstehung eines Kunstwerks.

Seine Geschichte aber geht weiter.

Manche Werke finden einen Menschen, der über viele Jahre mit ihnen lebt.

Für The White Room gehört auch diese Beziehung zur Geschichte der Gegenwartskunst.

Deshalb begegnet das Projekt ausgewählten Menschen, die Werke der beteiligten Künstlerinnen und Künstler gesammelt haben und mit ihnen leben.

Nicht die Größe oder Bedeutung einer Sammlung und nicht der Besitz stehen dabei im Mittelpunkt, sondern die persönliche Beziehung zu einem Werk.

Warum gerade dieses Bild oder diese Skulptur?

Was verändert sich, wenn man einem Werk nicht für wenige Minuten in einer Ausstellung begegnet, sondern jeden Tag?

Manche Arbeiten schenken Freude. Andere bleiben rätselhaft. Manche fordern heraus oder verändern über die Jahre ihre Wirkung.

Die Sammlerinnen und Sammler werden gemeinsam mit den Werken fotografiert, die für sie eine besondere Bedeutung haben. In persönlichen Gesprächen erzählen sie von ihrem Leben mit dieser Kunst.

Damit verlässt The White Room am Ende das Atelier.

Der Weg führt vom Ort, an dem ein Kunstwerk entsteht, zu dem Ort, an dem es Teil eines anderen Lebens geworden ist.

Vielleicht schließt sich gerade dort der Kreis:

Kunst entsteht im Atelier. Aber sie lebt dort weiter, wo sie Menschen erreicht.