Georg Herold

Künstler
Köln · 2026

Drei Stunden

Eigentlich wollte ich Georg Herold nur besuchen.

Dann setzte ich mich.

Und hörte zu.

Er erzählte von der DDR.

Vom Gefängnis.

Vom Freikauf.

Von Sigmar Polke.

Von Martin Kippenberger.

Von Albert und Markus Oehlen.

Von Werner Büttner.

Zwischendurch zeigte er mir seine Kaviarbilder.

Mit echtem Kaviar.

Und nummerierten Kaviareiern.

Dabei lächelte er so verschmitzt, dass ich nie ganz wusste, wo Ernst aufhörte und Humor begann.

Irgendwann schaute ich auf die Uhr.

Drei Stunden.

Keiner von uns hatte sie bemerkt.

Er lächelte.

"War doch schön."

Mehr musste nicht gesagt werden.