Fred Jahn
München · Juli 2026
Café Deutschland
Jahn und Jahn gehörte zu den Galerien in München, die ich unbedingt kennenlernen wollte.
Kaum hatte ich die Galerie betreten, stand Fred Jahn vor mir.
„Sie kommen wegen der Baselitz-Ausstellung?“
Von ihr wusste ich bis dahin nichts.
Fred Jahn erklärte mir den Weg.
Nach einer Weile begegneten wir uns erneut.
Ich war vor einigen Arbeiten von Georg Baselitz stehen geblieben.
Seine Remix-Bilder faszinierten mich.
Ich fragte Fred Jahn, weshalb Baselitz Jahrzehnte später zu seinen eigenen Bildern zurückgekehrt war.
Er erklärte es ruhig.
Ohne große Gesten.
Und mir wurde klar, dass ich einem Menschen gegenüberstand, der die Geschichte der deutschen Gegenwartskunst über Jahrzehnte hinweg aus nächster Nähe erlebt und mitgestaltet hatte.
Wäre ich neidisch, wäre das der richtige Moment gewesen.
Nach einer Weile erzählte ich ihm von Hinter der Kunst.
Von meinem Wunsch, die Geschichte der Gegenwartskunst nicht nur aus der Sicht der Künstler zu erzählen, sondern ebenso aus der Sicht der Galeristen, Sammler, Kuratoren und Auktionatoren.
Zum Abschied empfahl mir Fred Jahn das Buch Café Deutschland.
Als ich die Galerie verließ, dachte ich nicht an Baselitz.
Ich dachte an Fred Jahn.
Die Idee zu Hinter der Kunst war längst entstanden.
Aber in diesem Moment wusste ich:
Ich hatte einen meiner Protagonisten getroffen.