Projekte zur Gegenwartskunst
KUNST ENTDECKEN.
MENSCHEN BEGEGNEN.
GESCHICHTEN ERZÄHLEN.
Projekte zur Gegenwartskunst
KR Contemporary ist eine private, gemeinnützige Initiative von Kersten Rosenau.
Sie entwickelt Projekte, die neue Zugänge zur Gegenwartskunst eröffnen – zu den Werken, zu den Orten, an denen sie entstehen, und vor allem zu den Menschen, die diese Kunst schaffen und prägen.
KR Contemporary entstand aus einer persönlichen Entdeckung.
Anfang 2025 begann ich, mich mit Gegenwartskunst zu beschäftigen. Ich besuchte Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers, begegnete Galeristen, Sammlern, Kuratoren, Verlegern und vielen anderen Persönlichkeiten und entdeckte innerhalb kurzer Zeit eine Welt, die mich bis heute fasziniert.
Aus diesen Begegnungen und Erfahrungen entstanden drei Projekte:
WIE ALLES BEGANN
Die Entdeckung einer neuen Welt
Manchmal verändert eine einzige Einladung das Leben.
So war es jedenfalls bei mir.
Anfang 2025 war ich mit einer Freundin, die im Berliner Galeriemanagement arbeitet, zum Abendessen verabredet. Am Tag zuvor fragte sie mich eher beiläufig, ob ich Lust hätte, vorher noch gemeinsam eine Ausstellung zu besuchen.
Ich sagte zu.
Nicht, weil ich mich besonders für Gegenwartskunst interessierte. Ehrlich gesagt spielte sie damals in meinem Leben kaum eine Rolle.
Wir besuchten eine Galerie in Berlin.
Die Ausstellung sagte mir wenig. Als wir die Galerie verlassen wollten, fragte mich meine Begleiterin:
„Möchtest du einmal in ein Künstleratelier schauen?“
Ich war überrascht. Ich wusste gar nicht, dass so etwas überhaupt möglich war.
Sie zeigte auf die nächste Tür.
Dort arbeitete Ryan Mendoza.
Zum ersten Mal stand ich in einem Atelier. Zum ersten Mal sprach ich mit einem Künstler über seine Arbeit. Vieles verstand ich nicht. Aber ich fand diesen Ort und die Begegnung mit dem Menschen, der dort arbeitete, faszinierend.
Als wir uns verabschieden wollten, fragte Ryan ganz beiläufig:
„Wollt ihr noch zu Jonas?“
Ich wusste weder, wer Jonas war, noch dass sein Atelier nur wenige Schritte entfernt lag.
Wenig später stand ich im Atelier von Jonas Burgert.
Was ich dort sah, überwältigte mich.
Ich wusste nicht, dass Malerei so aussehen konnte. Und ich wusste nicht, dass Kunst so viel in einem Menschen auslösen konnte.
Ich war siebenundsechzig Jahre alt.
Und plötzlich hatte ich das Gefühl, etwas vollkommen Neues zu entdecken.
Ich wollte mehr sehen, mehr verstehen, mehr lernen.
Aus dieser Neugier wurde innerhalb weniger Wochen eine große Leidenschaft.
Ich begann, Ausstellungen und Galerien zu besuchen. Vor allem aber wollte ich Künstlerinnen und Künstler kennenlernen und ihre Ateliers sehen.
Diese Orte faszinierten mich.
Kein Atelier glich dem anderen. Überall wurde gedacht, ausprobiert, verworfen und neu begonnen. Ich sah nicht mehr nur das fertige Kunstwerk. Mich interessierte zunehmend auch der Ort, an dem es entstand, und der Mensch, der es geschaffen hatte.
Fast jede Begegnung führte zur nächsten. Eine Tür öffnete eine weitere.
Dabei geschah immer wieder etwas, das mich besonders berührte.
Künstlerinnen und Künstler schenkten mir Bücher und Ausstellungskataloge. Viele signierten sie nicht einfach. Sie schrieben persönliche Gedanken hinein, zeichneten, skizzierten oder hinterließen auf andere Weise etwas von sich und ihrer Kunst.
Manchmal waren es nur wenige Worte oder Striche. Und doch eröffneten mir gerade diese persönlichen Einträge einen unmittelbaren Zugang zu ihrer Kunst.
Gleichzeitig lernte ich immer mehr Menschen kennen, die selbst keine Künstler waren und die Welt der Gegenwartskunst dennoch entscheidend prägen: Galeristen und Sammler, Kuratoren und Verleger, Museumsleute, Auktionatoren und Kunstförderer.
Ich begegnete Menschen, die Künstler entdeckt, gefördert und oft über Jahrzehnte begleitet hatten.
Und ich begann, über sie zu lesen.
Über Rudolf Zwirner und Konrad Fischer. Über André Sfeir-Semler. Ich las Gespräche und Erinnerungen großer Galeristen und begegnete selbst Persönlichkeiten wie Peter Raue, Bernd Schultz, Michael Werner und vielen anderen.
Je mehr ich erfuhr, desto deutlicher wurde mir:
Gegenwartskunst besteht nicht nur aus Kunstwerken.
Zu ihr gehören die Künstlerinnen und Künstler, die Ateliers, in denen ihre Werke entstehen, und die vielen Menschen, die Kunst entdecken, ermöglichen, vermitteln, sammeln, bewahren und in die Welt tragen.
Aus diesen Erfahrungen entstanden nach und nach drei Projekte.
The White Room geht auf meine Faszination für Künstlerateliers zurück. Das Projekt führt an jene Orte, an denen Kunst entsteht, und verbindet diesen Blick mit neuen künstlerischen Arbeiten, Porträts, Texten, Ausstellung und Film.
Aus Künstlerhand entstand aus den Büchern und Katalogen, die Künstlerinnen und Künstler mir schenkten und mit Zeichnungen, Gedanken und persönlichen Einträgen versahen. Daraus entwickelte sich die Idee, Künstler zu eigenen kleinen Originalen einzuladen.
Und bei Hinter der Kunst richtet sich der Blick auf jene Persönlichkeiten, die häufig nicht im Mittelpunkt stehen und die Geschichte der Gegenwartskunst dennoch entscheidend mitgeprägt haben.
Keines dieser Projekte war geplant, als ich Anfang 2025 diese Berliner Galerie betrat.
Sie entstanden aus Begegnungen, aus Neugier und aus der Freude daran, eine Welt zu entdecken, von der ich wenige Wochen zuvor kaum etwas wusste.
Vor einiger Zeit zitierte Bernd Schultz bei einem unserer Gespräche seinen früheren Lehrmeister Hans Pels Leusden:
„Die Beschäftigung mit der Kunst ist wie ein vorgezogenes Leben im Himmelreich.“
Anfang 2025 hätte ich diesen Satz wahrscheinlich nicht verstanden.
Heute verstehe ich sehr gut, was damit gemeint ist.
Nicht, weil die Kunst jede Antwort gibt, sondern weil sie mir eine neue Welt eröffnet hat.
Eine Welt voller Bilder und Ideen, voller Geschichten und überraschender Entdeckungen. Vor allem aber voller Menschen, denen ich ohne diese eine zufällige Einladung niemals begegnet wäre.
Manchmal sitze ich abends zu Hause und denke:
Was für ein Geschenk.
Und dann freue ich mich auf den nächsten Tag.
Denn ich habe das Gefühl, dass diese Reise gerade erst begonnen hat.
PROJEKTE
Drei Projekte. Drei unterschiedliche Zugänge zur Gegenwartskunst.
Alle drei Projekte von KR Contemporary sind aus Begegnungen und persönlichen Erfahrungen entstanden.
Gemeinsam ist ihnen der Wunsch, der Gegenwartskunst näher zukommen – den Werken, den Orten, an denen sie entstehen, und den Menschen, die sie schaffen und prägen. Jedes Projekt eröffnet dafür eine eigene Perspektive.
The White Room
Ein Porträt der Gegenwartskunst in Deutschland
Wie sieht die Gegenwartskunst aus, die heute in Deutschland entsteht?
The White Room versammelt 33 Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Generationen, Biografien, Arbeitsweisen und künstlerischer Medien zu einem vielstimmigen Porträt der Gegenwartskunst.
Im Mittelpunkt stehen ihre Ateliers.
Ein Fotograf porträtiert diese Räume mit seinem eigenen künstlerischen Blick. Anschließend wählt jede Künstlerin und jeder Künstler eine der entstandenen Fotografien aus und macht sie zum Ausgangspunkt eines neuen, eigenständigen Kunstwerks.
Werkabbildungen, persönliche Porträts und frei gewählte Beiträge sowie bei ausgewählten Positionen die Perspektive von Sammlern erweitern den Blick.
So entsteht ein Kulturprojekt, das Buch, Ausstellung und Film miteinander verbindet.
The White Room möchte Gegenwartskunst nicht nur dort zeigen, wo sie ankommt – sondern dort beginnen, wo sie entsteht.
Mehr über The White Room erfahren →
Aus Künstlerhand
Wenn Künstler mit eigenen Mitteln von ihrer Kunst erzählen
Bei meinen Atelierbesuchen erhielt ich immer wieder Bücher und Ausstellungskataloge mit persönlichen Einträgen der Künstlerinnen und Künstler.
Besonders faszinierten mich jene Seiten, auf denen nicht einfach signiert wurde. Mit wenigen Worten oder Strichen entstand etwas Eigenes.
Aus dieser Erfahrung entstand Aus Künstlerhand.
Das Projekt lädt Künstlerinnen und Künstler ein, einen eigenen originalen Beitrag zu gestalten: eine Zeichnung, eine Skizze, einen handschriftlichen Gedanken oder eine andere frei gewählte Form.
Nicht als Erklärung ihrer Kunst, sondern als eigenständige künstlerische Äußerung.
So entsteht nach und nach eine Sammlung persönlicher Originale – unmittelbar aus Künstlerhand.
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Hinter der Kunst
Die Menschen, die Kunst möglich machen
Künstlerinnen und Künstler stehen im Mittelpunkt der Kunst.
Doch um sie herum gibt es Menschen, die Talente entdecken, Entwicklungen ermöglichen, Ausstellungen schaffen, Werke sammeln, Bücher veröffentlichen und Kunst in die Öffentlichkeit tragen.
Hinter der Kunst erzählt von diesen Menschen: von Galeristen, Sammlern, Kuratoren, Verlegern, Museumsleuten, Förderern und anderen Persönlichkeiten, die die Gegenwartskunst mitgeprägt haben.
Nicht als Sammlung kunsthistorischer Biografien, sondern als Geschichten über Menschen, Entscheidungen und Beziehungen – und über die Leidenschaft für Kunst.
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BEGEGNUNGEN
Menschen auf meinem Weg durch die Gegenwartskunst
Als ich Anfang 2025 begann, mich mit Gegenwartskunst zu beschäftigen, ahnte ich nicht, wohin mich diese neue Leidenschaft führen würde.
Ich wollte Kunst sehen und verstehen.
Doch sehr schnell merkte ich, dass mich mindestens ebenso sehr die Menschen faszinierten, denen ich dabei begegnete.
Künstlerinnen und Künstler, Galeristen und Sammler, Kuratoren, Verleger, Museumsleute, Fotografen und viele andere.
Aus einem Gespräch ergab sich das nächste. Eine Empfehlung führte zu einer neuen Begegnung. Aus einem Atelierbesuch entstand eine Einladung, aus einer Einladung manchmal eine Freundschaft.
Innerhalb kurzer Zeit öffnete sich mir eine Welt, die ich wenige Monate zuvor kaum gekannt hatte.
Irgendwann begann ich, kleine Geschichten über diese Begegnungen aufzuschreiben.
Nicht als Interviews oder kunsthistorische Porträts, sondern als persönliche Erinnerungen an Augenblicke, Gespräche und Menschen, die mir im Gedächtnis geblieben sind.
Manchmal geht es um Kunst.
Manchmal nur um einen Satz, eine unerwartete Einladung, eine geöffnete Tür oder um einen Moment, der erst im Rückblick seine Bedeutung bekommt.
Zusammen erzählen diese Begegnungen auch die Geschichte meines eigenen Weges durch die Gegenwartskunst.
Eine Geschichte, die Anfang 2025 begonnen hat.
Und die weitergeht.