Rüdiger Schöttle

München · Juli 2026

Offene Türen

Als Rüdiger Schöttle seine Galerie in München gründete, 1968, war ich elf Jahre alt.

Und immer noch ist er eine Institution in der deutschen Galerienlandschaft.

Ob es wohl etwas gibt, was er über die zeitgenössische Kunst in Deutschland nicht weiß?

Und trotzdem empfängt er den Newcomer in der Gegenwartskunst.

Den Ahnungslosen.

Ich empfinde das als Ehre.

Und bin dankbar.

Ich durfte von meinen Projekten berichten.

Von KR Contemporary, von The White Room, von Hinter der Kunst.

Er hörte zu.

Fragte nach.

Dachte mit.

Gab Ratschläge.

Zum Abschied sagte er einen Satz, den ich nicht vergessen werde.

Es würde ihn überhaupt nicht wundern, dass ich viele offene Türen fände.

Man spüre einfach mein Engagement, meine Leidenschaft.

Das habe ich nun schon oft gehört.

Als ich München verließ, dachte ich an die vergangenen zwei Tage.

Ohne die Einladung von Tomas Saraceno wäre ich gar nicht hier gewesen.

Ohne Jürgen Vorrath hätte ich Olaf Metzel nicht kennengelernt.

Mit Olaf Metzel, Deborah Schamoni und Rüdiger Schöttle war ich verabredet.

Bei Fred Jahn und Ingrid Lohaus war ich einfach hineingegangen.

Und überall hatten sich Türen geöffnet.

Vielleicht hatte Rüdiger Schöttle recht.

Leidenschaft ist ansteckend.